Der geheimnisvolle Brief

4. Advent: Unterwegs mit den Krippenfiguren

Der vierte und letzte Wortgottesdienst unserer Adventreihe 2020 stand unter dem Thema „Unterwegs mit den Krippenfiguren“. Und wieder einmal zeigte sich, wie viel kreative Energien in Zeiten von Corona freigesetzt werden.

So begann dieses Mal alles mit einer Mail, die den Versand des Gottesdienstablaufes zum vierten Adventwochenende ankündigte und gleichzeitig die Einladung enthielt, dass alle, „die ‚ein wenig aktiv‘ im Gottesdienst eingebunden sein“ wollten, sich mit Postanschrift und Handynummer zurückmelden sollten.

Hm, das klang geheimnisvoll. Was heißt „ein wenig aktiv“ und worauf lasse ich mich da wohl ein?

Die Krippenfiguren im Mittelpunkt

Einige Tage später kam dann ein Brief per Post, den ich gerade freudig öffnen wollte, als ich den Hinweis las: „Bitte erst an der entsprechenden Stelle im Gottesdienst öffnen!“ „Das wird ja immer geheimnisvoller“, dachte ich mir. Schließlich kam der Gottesdienstablauf per Mail und enthielt einen ganzen Schatz an Texten zu den Figuren der Krippe. „Lasst Euch von ihnen ansprechen und entdeckt Eure eigene Geschichte in ihnen wieder – denn wir sind nicht auf dem Weg zum Weihnachtsfest vor 2000 Jahren, sondern zur Menschwerdung Gottes heute!“ Was für eine schöne Einladung.

Verbunden per Brief

Es folgten Betrachtungen zu Maria, zu Josef, zum Kind und zu den Hirten mit vielen inspirierenden Impulsen. – Ja, und dann kam der Augenblick, in dem der Umschlag geöffnet werden durfte. Er enthielt eine selbst gebastelte Karte mit einem kleinen Text und einem Zettelchen, auf dem eine Adresse eines anderen Teilnehmenden am Gottesdienst notiert war. Der Auftrag lautete, die Karte mit ein paar eigenen Gedanken an diese Person zu senden – auf diese Weise würden wir uns alle aus der Ferne miteinander verbinden. Eine Menschenkette per Post – wie wunderbar ist das denn?

So wird der Gottesdienst noch bis in die kommende Woche hineinleuchten: Ich bin gespannt darauf, wann und von wem ich Post bekomme. Meine eigene Karte geht gleich morgen auf die Reise. Und in den Impulsen des Gottesdienstes zur Figur der Maria finde ich doch glatt eine Antwort auf meine Frage nach der ersten Mail (…worauf lasse ich mich da ein?): „Maria zeigt uns, dass es darum geht für das Neue offen zu sein. […] Leben heißt Veränderung – nur indem wir das annehmen, können wir lebendig bleiben“.

Angela Selter, 20.12.2020