„Gegrüßet seist du…“ – unser erster Adventsgottesdienst 2021

Wie übersetzt man „indoor-outdoor-event“?
Vielleicht mit „Drinnen-draußen-Veranstaltung“.

Und wie erklärt man das? Nun: Wegen Corona können manche Veranstaltungen nur draußen stattfinden. Und: Wegen Corona besuchen manchmal nur wenige die Veranstaltungen, sodass sie drinnen stattfinden können, weil man genügend Platz und Abstand hat.
So ähnlich erging es uns bei dem Gottesdienst am ersten Advent.

Ganz traditionell wurde zu Beginn „Wir sagen euch an den lieben Advent“ gesungen und dazu eine Kerze entzündet. Die Kerze musste jedoch in einem hohen Glasgefäß vor Wind und Wetter geschützt werden, denn wir trafen uns draußen. Ansonsten meinte der Himmel es gut mit uns, denn fast wolkenlos zeigte er uns seine Sterne, d.h. es blieb trocken.

Wenn nun im Text folgendes Zeichen auftaucht: „#NN“, möge die geneigte Leserin, der geneigte Leser, ihren/seinen eigenen Namen einsetzen.

Wie der Engel Gabriel Maria begrüßte, wurden die Teilnehmenden des Gottesdienstes einzeln angesprochen: „Gegrüßet seist du, #NN, der Herr ist mit dir.“
Die frohe Botschaft, die dann folgt, ist hinlänglich bekannt: Uns wird ein Kind geboren, der Heiland der Welt.

Ganz anders lautet die Botschaft des tagesaktuellen Evangeliums (Lukas 21,25-28. 34-36). Der inzwischen erwachsene Jesus hat alle Niedlichkeit abgelegt und warnt uns! Wieder wird jede/jeder Einzelne angesprochen: „Nimm dich in Acht, #NN, dass die Sorgen des Alltags dich nicht verwirren.“

So wie wir vorher überlegt hatten, ob wir in unserem Leben mal von einem Engel angesprochen worden sind, denken wir nun darüber nach, was uns vor dem Weihnachtsfest alles vom Wesentlichen ablenkt, wie viele Sorgen des Alltags und wie viel Adventsgeschäftigkeit uns den Weg auf Weihnachten hin verbaut anstatt ebnet. Wenn wir es einmal gemerkt haben, lässt es sich ja ändern. Vielleicht. Einen Versuch ist es wert.

Längst hatten wir uns aufgrund der recht kleinen Gemeinde, die sich eingefunden hatte, in die Kapelle hinein begeben. Dort wurde bei Fürbitten, dem „Vater unser“ und Friedensgruß auch an all diejenigen gedacht, die aus unterschiedlichen Gründen nicht kommen konnten. Weitere Kerzen wurden entzündet für die Verantwortlichen in der Politik und bei den Religionsgemeinschaften sowie für uns alle, die verantwortlich sind für die Gestaltung – nicht nur – unserer Vorweihnachtszeit.

Ähnlich wie es beim Wichteln gemacht wird, zogen wir einen Zettel mit dem Namen eines/einer anderen Teilnehmenden und haben nun die Aufgabe, bis Weihnachten eine Mut machende Botschaft an diese Person zu schicken. Und Heike hat recht, wenn sie sagt: „Auch, wenn man sich selbst gezogen hat, kann man sich eine solche Botschaft senden!“

Wieder draußen vor der Tür unter dem Sternenhimmel wurden wir mit Segen und Schlusslied in den Alltag entlassen.

Liebe/lieber #NN, lass dich von den Sorgen des Alltags nicht verwirren! Schreib dir doch einfach mal eine Mut machende Botschaft im Advent, die auf das Wesentliche aufmerksam macht. Und sei gewiss: Der Herr ist mit dir.

Maria Griese Schulte

Foto: „332/365 first advent“ by rosipaw is licensed under CC BY-NC-SA 2.0