Monatsbrief April 2021: Schritt für Schritt geht’s voran!

Mit dem Monatsbrief informieren wir zwölfmal im Jahr über alle wichtigen Infos und Termine rund um die Veranstaltungen des Franziskuskreises. Schon die Franziskaner-Brüder pflegten diese Tradition bis zur Schließung des Klosters. Hinzu kommen die „Perspektiven“ und unsere Rubrik „Weitergezwitschert – tierisch franziskanisch“, in denen wir einen spirituellen Blick auf aktuelle Themen werfen.

Lies hier die Ausgabe für April 2021 mit folgenden Themen:

  • Termine und News für April 2021 und die Kar- und Osterzeit
  • Perspektiven: „Der Berg der Herausforderungen“
  • „Weitergezwitschert – tierisch franziskanisch“: Das Murmeltier
  • Rezept: Berglinsen-Salat

Du kannst den Monatsbrief in diesem Beitrag online lesen oder ihn dir als PDF bequem herunterladen.

Wir wünschen eine gute Lektüre!


Liebe Leserinnen und Leser!

Zur Zeit erleben wir, was einen April ausmacht: den manchmal holprigen Übergang vom Winter in den Frühling. Es ist in diesem Jahr auch der Übergang von der Fasten- in die Osterzeit.

Zu unseren Gebetszeiten, den Trauermetten an den Kartagen und der Liturgie am Karfreitag, laden wir Euch herzlich ein. Am Ostersonntag werden Gottesdienste in den Gemeinden angeboten. Als das im letzten Jahr nicht möglich war, ergab es sich, dass unabhängig voneinander einige Einzelpersonen oder Familien einen jeweils in ihrer Nähe befindlichen Berg bestiegen, um dort beim Sonnenaufgang der Auferstehung Christi zu gedenken. Das möchten wir gerne in diesem Jahr aufgreifen und laden ein, an Ostern zu einer frei gewählten Zeit auf einen frei gewählten Berg zu wandern. Was uns verbinden wird, wird das Lesen des Osterevangeliums und das Aneinander-Denken sein. Wenn (bei Aprilwetter) der Sonnenaufgang fehlt oder die Bergbesteigung nicht stattfinden kann, ist es auch möglich, zuhause im selben Anliegen eine Kerze zu entzünden und sich verbunden zu fühlen. Für diejenigen, die gerade keinen passenden Berg in der Nähe haben (und für alle anderen natürlich auch), gibt es ein Angebot auf der Homepage des Franziskuskreises. Verpasst nicht, dort vorbei zu schauen.

Franziskus hat die Verbundenheit nicht nur mit seinen Mitmenschen gespürt, sondern mit allen Geschöpfen. Und so könnt Ihr in diesem Monatsbrief von Tieren lesen, die in den Bergen zuhause sind und für die der Übergang vom Winter in wärmere Zeiten besonders wichtig ist.

Außerdem verbindet die Freude am Essen und Trinken, das „Mahl halten“. Deshalb gibt es einen Rezeptvorschlag für warme oder kalte Apriltage. Es ist kaum verwunderlich, denn auch darin versteckt sich ein Berg. Probiert es aus. Guten Appetit!

Wir wünschen Euch eine besinnliche Karwoche, frohe Ostern und ein paar herzerwärmende Tage im April!

Pax et bonum  |  Pace e bene     Euer  Franziskuskreis


Termine & News

zum Kalender

Bibelgespräch im San-Damiano-Kreis

Freitag, 9. April, 20:00 Uhr

Freitag, 23. April, 20:00 Uhr

Der San-Damiano-Kreis findet per Videokonferenz statt. Die Zugangsdaten bitte anfragen bei Thomas Griese (th.griese@web.de).

Trauermetten: Am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, jeweils um 7:30 Uhr per Videokonferenz. Die Zugangsdaten bitte anfragen bei Daniel Griese (daniel.griese@web.de).

Karfreitagsandacht:  Da die Andacht nicht in Präsenz stattfinden kann, wird sie am Freitag auf der Franziskuskreis-Webseite veröffentlicht. Dort könnt ihr sie online lesen oder herunterladen.

Ostermontag: Der Emmausgang findet in diesem Jahr als virtueller M-Maus-Gang statt. Einfach mit der Maus auf dieses M klicken (M wie Monte) und im nächsten Step auswählen, welchen Berg Ihr besteigen möchtet!

Wortgottesdienst

Samstag, 17. April, 18:00 Uhr

Der Gottesdienst findet per Videokonferenz statt. Anmeldung bitte bei Daniel Griese (daniel.griese@web.de).

Tipp

Von Gründonnerstag bis Ostermontag bekommt Ihr auf unserer Webseite täglich zum Sonnenaufgang einen „bergigen“ Impuls. Auch die Andacht an Karfreitag greift das Thema „Berge“ auf. Schaut gerne vorbei. 


Perspektiven

Vor uns ein Berg von Verboten und Anweisungen, von Verfügungen und Anforderungen. Der Weg dorthin scheint mühsam und undurchsichtig. Wir wissen nicht einmal, wohin er führen wird. So ergeht es uns immer mal wieder. Wie verlockend ist es, dann diesem Berg auszuweichen und das Problem im wahrsten Sinne des Wortes zu umgehen. Einfach außen herum, anstatt oben drüber.

Wenn ich allerdings den mühsamen Aufstieg nicht wage, entgeht mir der Triumph, es geschafft zu haben. Und noch einen Vorteil bietet der Weg nach oben: von dort kann ich nicht nur sehen, woher ich gekommen bin, sondern meistens eröffnet sich auch ein hervorragender Überblick, wohin es gehen wird. Allerdings haben wirklich hohe Berge die unangenehme Eigenschaft, kurz vor dem Gipfel noch einmal richtig steil zu werden. Entschlossenheit ist gefragt.

Wie wird es Jesus ergangen sein? Mit steinigen Wegen und gebirgiger Landschaft war er sicher vertraut. Er war viel unterwegs und immer zu Fuß. Zum wiederholten Male näherte er sich bei seiner Wanderung der Stadt Jerusalem, die in den Vorbereitungen für das Passahfest steckte. Dieses Mal war anders als sonst. Er hat gewusst, dass eine Entscheidung ansteht. Der Konflikt mit den Pharisäern spitzte sich immer weiter zu. Während das Volk ihm zujubelte, wollten sie ihn loswerden. Selbst in seiner Jüngerschaft gab es unterschiedliche Interessen. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte er vielleicht die Möglichkeit gehabt, sich heimlich davonzuschleichen und bei Freunden weit entfernt unterzukommen, bis sich die Lage beruhigt hätte. Doch er wählt den Weg über den Berg und weicht nicht aus. Seine ganze Menschlichkeit zeigt sich darin, dass er im Garten Getsemani Blut und Tränen des Zweifelns und der Verzweiflung weint, nachdem er zuvor seinen Jüngern beim Passahmahl die Entscheidung mitgeteilt hat, dass er seinen Leib und sein Blut, sein ganzes Dasein in den Dienst seines Auftrages stellen wird. Was dann folgt und was wir unter dem Begriff „Leidensgeschichte“ kennen, ist ein wahrhaft mühsamer und steiniger Weg. Der letzte steile Anstieg ist sicher damit verbunden, dass er nicht nur von den meisten seiner Anhänger verlassen wurde, sondern dass er sich zum Schluss auch noch von Gott verlassen fühlt.     

Die Tatsache, dass Jesus nicht ausgewichen ist, sondern sich der Herausforderung des schweren Weges gestellt hat, eröffnet auch heute noch uns und der ganzen Menschheit den geänderten Blick auf das Dasein, lässt uns immer wieder die Frage stellen: Was ist wirklich wichtig im Leben?

Nehme ich am wirklichen Leben teil oder umgehe ich die Herausforderungen? Ich wünsche uns die Kraft, die Dinge, die sich im Alltag als Berge darstellen, zu meistern, um mit Ausblick und neuem Weitblick belohnt zu werden.

Maria Griese-Schulte


Weitergezwitschert – tierisch franziskanisch: Das Murmeltier

Wie wir letzten Monat erfahren haben, kann man auf dem Monte Subasio durchaus schon mal einem Fuchs begegnen. Ob Franziskus, für den dieser Berg bei Assisi ein besonderer Rückzugsort war, dort oben wohl auch einmal ein Murmeltier angetroffen hat? Auszuschließen ist das nicht: Vielleicht haben die klimatischen Bedingungen dem Murmeltier dort damals noch einen geeigneten Lebensraum geboten.

Wenn Franziskus seinem Lobgesang noch eine Strophe zur Schwester Auferstehung hinzugefügt hätte, wer weiß – vielleicht hätte ihm das Murmeltier als Inspiration gedient. Schließlich versinkt es im Winter viele Monate in einem Schlaf, der so tief ist, dass er gar nicht so weit vom Tod entfernt zu sein scheint, bevor es dann im Frühjahr putzmunter seine Nase aus der Schlafhöhle steckt, durch Pfeifen mit seinen Schwestern und Brüdern Kontakt aufnimmt und sich den Sonnenseiten des Lebens zuwendet.

Wikipedia sagt: „Murmeltiere halten einen ausgedehnten Winterschlaf […]. Der Schlafkessel wird dafür mit weichem Gras ausgepolstert, in dem sich die Tiere zusammenrollen. Für diese lange Ruhezeit fressen sie sich während der wenigen Sommermonate große Fettreserven an. […] Während des Winterschlafs sinkt die Atmung auf etwa zwei Züge pro Minute und der Herzschlag von 200 auf 20 Schläge pro Minute. […] Das Erwachen wird über die Außentemperatur ausgelöst.“

Der letzte Satz ist bemerkenswert, sagt er doch so viel darüber aus, wie sich Tod in Leben wandeln kann – ganz im Sinne der österlichen Botschaft. Das Erwachen wird über die Außentemperatur ausgelöst. Wo sich Wärme entwickelt, erwacht das Leben – auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Wo unsere Herzen brennen, werden Tode überwunden. Wo das Eis hinwegschmilzt, gibt es eine Auferstehung zu einem neuen Leben.                                

Angela Selter


Rezept: Berglinsen-Salat

Eine ausgedehnte Wanderung auf einen Berg ist erst einzigartig, wenn man am Gipfelkreuz beim Blick ins Tal eine ordentliche Mahlzeit zu sich nehmen kann. Und genau für diesen Anlass gibt es unseren Berglinsen-Salat, der ein richtiger Berg-Linsensalat ist!

Zutaten für vier Portionen:

Für die Vinaigrette:

2 EL Balsamico-Essig • 4 EL Olivenöl • 1 TL Salz • Pfeffer • 1 Knoblauchzehe • 1 Prise Paprikapulver, scharf • 1 Prise Zimt

Für den Salat:

1 Zwiebel • etwas Öl • 250 g Berglinsen • 500 ml Gemüsebrühe (mindestens) • 1 Lorbeerblatt • 100 g Cherrytomaten • 1 mittelgroße Möhre • 75 g Fetakäse • 1,5 EL Petersilie • 1,5 EL Schnittlauch • 1 EL Minze

Zubereitung:

1.   Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in etwas Bratöl glasig dünsten. Die Linsen hinzufügen, kurz in den Zwiebeln wenden. Dann mit der Gemüsebrühe ablöschen, das Lorbeerblatt hinzugeben und einmal aufkochen. Anschließend bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Nach 20 Minuten probieren. Die Linsen sollten noch Biss haben und nicht zu weich sein, da sie dann zerfallen und der Salat matschig wird. Ggf. etwas Wasser hinzugeben und noch weiter köcheln lassen. Wenn sie gar sind, die Linsen in ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abspülen, gut abtropfen lassen und das Lorbeerblatt entfernen.

2.   Während die Linsen kochen, die Tomaten vierteln, die Möhre grob raspeln und den Fetakäse würfeln.

3.   Alle Zutaten mit den Linsen in eine Schüssel geben. Die Kräuter fein hacken und hinzugeben.

4.   Für die Vinaigrette die Knoblauchzehe pressen, mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Zimt gut verrühren und über den Salat gießen.

5.   Alles gut durchmischen. Vor dem Abmarsch zubereitet, wird der Salat (in einer Tupperdose verpackt) mit jedem Wanderkilometer besser. Doch auch wer nicht zu einer Wanderung aufbricht, sollte dieses Rezept einmal ausprobieren: Einfach eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen und wie auf dem Gipfel genießen.

Übrigens: Berglinsen sind streng genommen keine eigene Linsensorte. Der Name gibt nur Auskunft über die Anbauregion, die meist oberhalb von 700 Meter ü. NN liegt. Die größten Anbaugebiete liegen in Nordamerika, Süd- und Osteuropa und in Asien.

Berglinsen sind kernig. Sie sind auch nach längerem Kochen noch bissfest und eignen sich deshalb besonders gut für Bratlinge oder Salate. Für ein besonderes franziskanisches Flair sorgt übrigens die umbrische Berglinse, die mit Sicherheit auch Franziskus auf seinem Speiseplan stehen hatte. Die sogenannten Lenticchie umbre aus dem Umbrischen Apennin sind besonders klein. Weil sie vom rauen Klima der Hochebene ebenso geprägt sind wie von den Einflüssen des Mittelmeers, gelten sie als besondere Spezialität.

Carl Christian Griese