Der Februar-Monatsbrief ist online

Monatsbrief Februar 2021

Mit dem Monatsbrief informieren wir zwölfmal im Jahr über alle wichtigen Infos und Termine rund um die Veranstaltungen des Franziskuskreises. Schon die Franziskaner-Brüder pflegten diese Tradition bis zur Schließung des Klosters.

Lies hier die Ausgabe für Februar 2021 mit folgenden Themen:

  • „Der Tag kehrt zurück“
  • Termine und News für Februar 2021
  • „Weitergezwitschert“: Die Ameise

Du kannst den Monatsbrief in diesem Beitrag online lesen oder ihn dir als PDF bequem herunterladen.

Wir wünschen eine gute Lektüre!


Liebe Leserinnen und Leser,

wir alle sehnen uns danach, dass es abends wieder länger hell bleibt und wir mehr Tageslichtstunden zur Verfügung haben, um nach draußen gehen und in der Natur auftanken zu können. In der Schöpfungsgeschichte nennt Gott das Licht „Tag“. Am 2. Februar feiern wir das Fest Mariä Lichtmess: genau 40 Tage nach der Geburt von Jesus. Dieses Fest ist eines der ältesten in der katholischen Kirche. Es wurde bereits im fünften Jahrhundert in Jerusalem gefeiert. Früher endete mit diesem Tag auch die Weihnachtszeit; seit der Liturgiereform 1970 endet sie am Sonntag nach dem 6. Januar. An Mariä Lichtmess werden Kerzen für die Kirche und den Hausgebrauch gesegnet. Kürzlich rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Aktion #Lichtfenster ins Leben. Wir alle sind eingeladen, freitags bei Anbruch der Dunkelheit Kerzen ins Fenster stellen, um der Menschen zu gedenken, die am Coronavirus verstorben sind – als Zeichen der Solidarität.

Pax et bonum  |  Pace e bene     Euer  Franziskuskreis


Termine & News

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Weitergezwitschert: Die Ameise

Franziskus schaute vergnügt in die Runde. Zur heutigen Predigt waren wieder Scharen von Vögeln gekommen. Doch bevor er zu reden begann, hörte er seinen Gästen aufmerksam zu – er war ein exzellenter Zuhörer. Der Weißkopfseeadler berichtete ganz aufgeregt von den neuesten Ereignissen in den USA. Dass der neue Präsident ins Amt eingeführt worden sei. Dass erstmals eine Frau Vize-Präsidentin geworden sei. Dass der Präsident eine Antrittsrede gehalten habe, die mit ihrem Appell an Geschlossenheit und Einheit, an Würde und Anstand eher einer Predigt geglichen habe – so wie er sie von ihm, Franziskus, kenne. Dass eine junge dunkelhäutige Poetin ein wunderschönes Gedicht vorgetragen habe und ihr alle Herzen zugeflogen seien. Dass sie einen Ring mit einem Vogel in einem Käfig an ihrem Finger getragen hätte, ob Franziskus ihm wohl später einmal erklären könne, was das bedeute. Franziskus nickte. Auf einmal erblickte er eine Ameise, die über den Saum seines Gewandes krabbelte. Vorsichtig hob er sie auf. „Schaut her“, sagte er, „die Ameise ist ein total interessantes Tier!“ Und so begann er zu predigen – über Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und Solidarität. Wie viel wir von den Ameisen lernen können und wertvoll das alles ist, gerade jetzt in Zeiten von Corona. Die Vögel hörten ihm aufmerksam zu. Der Wortlaut der Predigt ist leider nicht überliefert. Doch wir sind auf Quellensuche gegangen und haben ein paar interessante Erkenntnisse gewonnen:

Faktencheck: Ameisen (Formicidae) sind eine Familie von Insekten, von denen es mehr als 13.000 verschiedene Arten gibt. Eine davon ist die rote Feuerameise. Wie alle Ameisenarten zeigt sie vorbildliche Solidarität: Wenn Feuerameisen durch eine Überschwemmung in Not geraten, verketten sie sich zu Flößen. Während das einzelne Tier ertrinken würde, überleben die Tiere, wenn sie eine Floßgemeinschaft bilden. Der Mensch macht sich die gefräßigen Raubtiere zunutze: Da ihnen beinahe alle Insektenarten schmecken, werden sie in der Landwirtschaft als wirksame Waffe gegen Schädlinge eingesetzt. Wer selbst Opfer ihrer Bisse wird, hat nichts zu lachen: Die Stiche sind schmerzhaft und brennen stark.

Fundstück aus dem Newsroom: Im November 2020 schaffte der erste Mensch mit Down-Syndrom den Ironman – die Triathlon-Langdistanz, bei der es gilt, 3,8 km zu schwimmen, 180 km Rad zu fahren und abschließend noch einen Marathon zu laufen. „Alles ist möglich“ lautet das Motto dieser Wettbewerbe. Genau das hat der 21-jährige Chris Nikic eindrücklich unter Beweis gestellt. Er meisterte die langen Distanzen, obwohl er aufgrund seines Down-Syndroms dabei noch mehr Herausforderungen bewältigen muss als seine Konkurrent:innen. Beispielsweise leidet er unter einem stark beeinträchtigten Gleichgewichtssinn. Unterwegs auf dem Fahrrad einen Schluck aus der Trinkflasche nehmen? Fehlanzeige – wenn er Durst hatte, musste er jedes Mal vom Rad absteigen. Dabei passierte es: Er trat in einen Ameisenhaufen und war sofort der Attacke einer besonders angriffslustigen Spezies ausgesetzt: der roten Feuerameise. Mit ihr ist nicht zu spaßen (siehe Faktencheck oben). So waren die Waden des Sportlers im Nu mit juckenden Bissen übersät und schwollen in kürzester Zeit unangenehm an. Doch er hielt das Iron-Man-Rennen durch, trotz alledem. Eine Geschichte, die Mut macht, nicht aufzugeben. Kein Traum ist zu groß, kein Ziel zu hoch gesteckt.

„Ach ja“, sagte Franziskus zum Abschluss zum Weißkopfseeadler, „Du hattest mich nach dem Ring der jungen Poetin gefragt. Ich habe nachgedacht. Ich vermute, dass sie sich damit vor der schwarzen Bürgerrechtlerin Maya Angelou verneigt hat. Deren Autobiographie trägt den Titel ‚I know why the caged bird sings‘ (Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt). Bestimmt will sie uns damit sagen: Verlernt nie den Traum der Freiheit und glaubt immer an das Unmögliche!“

Angela Selter