Advent ist… erinnern

Teil 3 unserer Franziskuskreis-Adventsimpulse 2021

Manches ist für mich in diesem Jahr schwer auf dem Weg zur Weihnacht, denn über dem vergangenen Jahr liegen einige Schatten und Dunkelheiten. Ich musste von meinen Eltern Abschied nehmen, ebenso von einem Neffen, einer Tante und erst vor wenigen Tagen von einer guten Freundin, der Patentante unseres ältesten Sohnes.

Wenn ich nun an Weihnachten denke, denke ich an das Kind in der Krippe, inmitten kalter Winternacht. Ich glaube, es möchte uns allen ein Zeichen göttlicher Solidarität senden.

Denn auch der Ort, an dem Gott Mensch geworden ist, lag zunächst in tiefer Dunkelheit da. Mit der Geburt des Kindes kam Licht in den Stall, und es wurde immer heller:

…durch die Liebe der Eltern,
…durch die Freude der Hirten, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren
…und durch drei sterngeleitete Weisen, die aus der Ferne hinzukamen.

Auch ich bekam in diesem Jahr viele Lichtblicke geschenkt: durch den Austausch und die Begegnung mit vielen lieben Menschen und durch das eine oder andere Zeichen von oben. Und in diesen Wochen spüre ich, dass all das, was wir von unseren Eltern mitbekommen haben, gerade auch in der Weihnachtszeit weiterleben möchte.

Mein Vater schrieb vor fünf Jahren einen Rückblick auf seine Weihnachtserlebnisse in fast neun Lebensjahrzehnten: „88-mal Weihnachten“. Er schildert die Feste in seiner Kindheit, während seiner Gefangenschaft nach dem zweiten Weltkrieg, und in all den Jahren unseres Familienlebens. Am Ende schreibt er: „Die Weihnachtsfeste, die ich Euch hier geschildert habe, waren ja sehr verschiedene, aber in einem auch gleich: Im hellen Glanz der Lichter, im festlichen Klang der Musik, in der Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen war immer Gottes Nähe zu spüren. Wie gut, dass es Weihnachten jedes Jahr neu gibt!“

Angela Selter

Beitragsfoto: Angela Selter


In dieser Reihe „Adventsimpuls 2021“ bislang erschienen: